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Leserfrage: „Ich habe Fructose- und Histaminintoleranz. Was kann ich noch essen?“

Antwort von Autor Thilo Schleip

Vielen Dank für Ihre Frage. Viele Menschen, die mit zwei Intoleranzen gleichzeitig leben, schildern mir zunächst eine große Unsicherheit: Was bleibt überhaupt noch übrig? Diese Sorge ist absolut nachvollziehbar. Gleichzeitig zeigt die Erfahrung, dass sich mit etwas Struktur und dem richtigen Wissen wieder ein erstaunlich vielfältiger Speiseplan aufbauen lässt.

Gut verträgliche Basislebensmittel bei FI + HI

  • Reis, Kartoffeln, Hirse Neutral, magenfreundlich und sowohl fructosearm als auch histaminarm.
  • Zucchini, Karotten, Kürbis Gemüse, das in beiden Intoleranzen häufig sehr gut funktioniert.
  • Frisches Geflügel Wichtig ist echte Frische – gereifte oder marinierte Produkte enthalten oft Histamin.
  • Weißfisch wie Kabeljau oder Seelachs Ebenfalls nur frisch, da Fisch schnell histaminreich wird.
  • Laktosefreie Milchprodukte Naturjoghurt, Frischkäse oder Quark sind meist gut verträglich.
  • Haferprodukte Eine stabile Grundlage für Frühstück und Snacks.

Obst, das häufig funktioniert

  • Bananen (nicht überreif)
  • Beeren wie Heidelbeeren oder Erdbeeren
  • Gold-Kiwi, oft besser verträglich als die grüne Variante

Lebensmittel, die Sie eher meiden sollten

  • Gereifte Produkte wie Hartkäse, Salami, Schinken
  • Tomaten, Spinat, Avocado
  • Sauerkraut, Essigprodukte
  • Trockenfrüchte, Honig, Apfel, Birne
  • Alkohol, besonders Wein und Sekt

Hinweis zur Nährstoffversorgung

Viele Betroffene reduzieren ihre Ernährung über Wochen oder Monate stark, um Beschwerden zu vermeiden. Das ist verständlich – birgt aber Risiken. Wenn mehrere Lebensmittelgruppen wegfallen, können bestimmte B‑Vitamine, Zink, Kupfer, Magnesium und weitere enzymrelevante Cofaktoren schnell knapp werden. Diese Nährstoffe sind entscheidend für:

  • die Energieproduktion
  • den Abbau von Zuckerbestandteilen und biogenen Aminen
  • die Stabilität des Immunsystems
  • die Regeneration der Schleimhäute

Eine ausreichende Versorgung ist daher dringend notwendig, um den Stoffwechsel nicht zusätzlich zu belasten. Viele Beschwerden verstärken sich, wenn der Körper hier in ein Defizit rutscht. Eine ärztliche Kontrolle der Nährstoffsituation ist in solchen Fällen sehr sinnvoll.

Praktischer Ansatz für den Alltag

  • Beginnen Sie mit einer kleinen Liste sicher verträglicher Lebensmittel.
  • Entwickeln Sie daraus einige einfache Standardgerichte.
  • Testen Sie neue Lebensmittel immer einzeln.
  • Führen Sie ein kurzes Verträglichkeitstagebuch, um Muster zu erkennen.

Weiterführende Informationen:

Fructoseintoleranz – Diagnose finden, Auslöser erkennen, Ernährung anpassen, Trias Verlag (gesponsert)

Wissen: Alles über Fructoseintoleranz

Thilo Schleip

Thilo Schleip ist Autor zahlreicher Sachbücher und Bestseller zu den Themen Fructoseintoleranz, Histaminintoleranz, Laktoseintoleranz und Reizdarmsyndrom. 

Autorenseite auf Amazon

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